Patienteninformation:

Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie ist eine ungeheure Ansammlung von Beobachtungen und Erfahrungen über die Wirkung von Arzneistoffen auf den Menschen.
Begründer der klassischen Homöopathie ist Samuel Hahnemann (geboren 1775 in Meißen, gestorben 1843 in Paris).
Die Heilung des Patienten erfolgt nach dem Similimumgesetz: "Similia similibus curentur." - Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. Der ganze Mensch wird behandelt, d. h. der Mensch als Individuum mit seinen Symptomen auf der geistigen, seelischen und körperlichen Ebene.
Dazu erfolgt eine Analyse der im Erstgespräch erhobenen Daten mit dem Ziel, den Patienten und seine Krankheit zu verstehen und dieses Bild einem in der Arzneimittellehre dargestellten homöopathischen Mittel zuzuordnen. In dem gründlichen Erstgespräch (ca. 1,5 bis 2 Stunden dauernd) werden aktuelle Beschwerden, die gesamte Persönlichkeit des Patienten, seine früheren Erkrankungen und die Krankheiten der Familie erfaßt. Besondere Aufmerksamkeit werden dem Geistes- und Gemütszustand, den sozialen Gewohnheiten, Einflüssen von Temperatur und Klima sowie Eß-, Trink- und Schlafgewohnheiten gewidmet.
Homöopathie ist eine Heilkunst, die in akuten und besonders in chronischen Fällen Außergewöhnliches leisten kann. Über die Mittelgabe wird der Lebenskraft die Möglichkeit gegeben, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Bekanntlich arbeitet die Homöopathie mit kleinsten Wirkstoffmengen, die verdünnt und verschüttelt die Information als Schwingung an die gestörte Lebenskraft weitergeben, damit der Heilprozeß einsetzen kann.
Damit die Behandlung möglichst ungestört verläuft, meiden Sie bitte folgende Stoffe:

- Zahnpasta
(Wir empfehlen homöopathische Zahnpasten wie z. B. "Elmex mentholfrei".)
- Kaffee
Um Ihren gewohnten Lebensstil und die Lebensqualität zu erhalten, wollen wir Kaffeekonsum nicht grundsätzlich verneinen. Es sind zum Glück nur wenige homöopathische Mittel, die durch Kaffee gestört werden. Bitte nehmen Sie erst Rücksprache, ob Ihr Mittel dabei ist.
- Alkoholika / Getränke
Alkohol ist in Maßen erlaubt. Störend sind aber alkoholische Mixgetränke mit bzw. als Purgetränke:
- Cola
- Cola light
- Red Bull
- Pfefferminze, Campher, Menthol
- Pfefferminztee (Inhalt von Kräuterteemischungen beachten!)
- "Tictac"
- Mentholbonbons (Hustenbonbons, "Fishermans friend")
- Kaugummi
- Mentholhaltige Fusscremes ("Efasit")
- "Pferdesalbe"
- Erkältungssalben ("Pinimenthol", "Menthopini" etc.)
- Franzbranntwein-Einreibungen (auch ggf. Massage-Nachbehandlung)
- Pfefferminzhaltige Schokoladen oder Eissorten ("After Eight", "Schlumpfeis" etc.)

Ich danke für Ihre Mitarbeit!



Das Wesentliche in einem Krankheitsfall

Es geht darum, in einem Krankheitsfall zu erfassen, woran der Patient leidet, nicht als Diagnose, sondern um das Wesentliche dessen zu begreifen, was ihm Unbehagen und Pein macht, und auch, was dieses Kranksein aufrechterhält oder fördert; somit auch, wie hartnäckig dieses trotz korrekter Mittelwahl zu sein verspricht, so daß wir den Verlauf richtig interpretieren können!
"Der Arzt ist zugleich ein Gesundheit-Erhalter, wenn er die Gesundheit störenden, Krankheit erzeugenden und unterhaltenden Dinge kennt und sie vom Patienten zu entfernen weiß."
Symptome, "Zu-Fälle", sind nicht zufällig vorhanden. Sie sind auch nicht nur Funktionsstörung. Sie stellen eine Möglichkeit des Organismus dar, Leiden bildlich auszudrücken, wie die moderne Psychosomatik weiß, wie es aber auch Hahnemann schon begriffen hatte, da er die Zeichen und Zufälle die "Gestalt der Krankheit" und die Krankheit selbst eine "Verstimmung der geistartigen Lebenskraft" nannte.
Somit bilden Symptome oft einen Hinweis für den geistesgegenwärtigen Arzt, nach körperlichen oder psychischen auslösenden Ursachen oder auch nach fehlerhaften Erwartungen und Einstellungen des Patienten zu suchen, welche erfahrungsgemäß einen Bezug zu der geklagten Beschwerde haben. Es hat dies einen zweifachen Sinn: zunächst die Findung eines Mittels, das zur Beschwerde und ihrem Auslöser paßt, dann aber auch die richtige Führung des Patienten und seiner Bezugspersonen.
Dies gilt bei akuten wie chronischen Beschwerden. Selbst bei epidemischen Krankheiten kann es von entscheidener Bedeutung sein, "Stressoren" ausfindig zu machen, welche erklären können, weshalb diese "festständige Krankheit" gerade in dem vorliegenden Fall (wie bei anderen) besonders schwer verläuft und nicht wie bei anderen. Masern sind nicht gleich Masern und Windpocken nicht gleich Windpocken. Ein Beispiel:
Georgos Vithoulkas* wurde gerufen, einen schwer an Kleinhirnentzündung erkrankten kleinen Jungen zu behandeln. Die Kleinhirnentzündung war infolge einer Windpockeninfektion aufgetreten. Ihr Hauptsymptom war, neben der typischen Gehunfähigkeit, ein zentral bedingtes Erbrechen, das jegliche Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit unmöglich machte. Mehrere homöopathische Arzneien waren ohne Wirkung geblieben, der Fall bedrohlich durch die zunehmende Schwäche und Austrocknung. Vithoulkas ging nun nicht hin und sagte: "Die Symptome dieser Kleinhirnentzündung müssen mir das heilende Mittel zeigen", denn das war ja schon mehrmals ohne Erfolg versucht worden. Er sagte sich vielmehr: "Warum hat dieser kleine Kerl von der sonst harmlosen Windpockenkrankheit eine Gehirnkomplikation bekommen? Da ist doch was bei!" Darin bestärkte ihn, daß die Eltern berichteten: "Er weint, wendet sich ab, will nicht sprechen und schickt uns weg." Der Junge machte schon auf den ersten Blick den Eindruck großen Kummers; er blickte "nach innen", was so kleine Kinder selten tun. Darüber, was ihn bekümmere, wolle er nicht reden, berichtete die Mutter. Vithoulkas dachte nun gleich an jene Mittel, welche "stillen Gram" heilen: Ign., Nat-m., Puls. Daher fragte er die Mutter: "Was hat diesen Jungen unglücklich gemacht? War da zum Beispiel ein Ehestreit?" Als der Junge das hörte, streifte er sich mit der Hand über das Gesicht, als wolle er Tränen abwischen, und als die Mutter berichtete, es habe "Diskussionen über das Haus" gegeben, wird er immer trauriger, beginnt zu weinen, verlangt zu liegen und sagt, es gehe ihm schlecht. Schließlich stellt sich folgendes heraus: Die Eltern haben sich getrennt. Der Vater, dem der Sohn eng verbunden ist, ist ausgezogen. Seitdem ist die Stimmung des Jungen verändert gewesen, und er hat sein in gesunden Tagen bestehendes Verlangen nach Obst verloren. Einen Monat vor der Konsultation hat die Mutter wieder zu arbeiten angefangen und den Jungen teils beim Vater, teils in der Schule gelassen. Nach zwei Wochen dieser Lebensweise und zusätzlich getriggert durch die Tatsache, daß die Mutter den Jungen für mehrere Tage zur Oma gegeben hatte, um zu einer Fortbildung zu fahren, trat die Kleinhirnentzündung auf. Kurz und knapp: der gesamte Zustand neurologischen Durcheinanders, betrachtet im Licht seiner Ursache "Trennung von sehr geliebten Menschen, die still getragen wird und an der man schließlich zusammenbricht", war Ignatia und nur Ignatia. Die neu aufgetretene Abneigung gegen Obst bestätigte die Diagnose. Ign. C 200 ermöglichte schon am Einnahmetag Nahrungsaufnahme und stellte innerhalb von drei Tagen die Gehfähigkeit wieder her. Die Lebensumstände des Jungen blieben gleich, die Mutter ging nach seiner Gesundung wieder arbeiten und er verbrachte die Tage in Schule und Hort, aber nun konnte er so leben, ohne krank zu werden.
_____
* Homöopath, alternativer Nobelpreis für Medizin 1996



Eindrücke bekannter Homöopathen:

Was bewirkt die Homöopathie beim Menschen?

"Mit dem richtigen Mittel gibt mir die Homöopathie wie die Spiritualität eine andere Sichtweise der Dinge; ich sehe Menschen und Ereignisse mit anderen Augen. Man sieht und erlebst etwas, das mit dem bloßen Auge und durch normale Beobachtungen nicht wahrgenommen werden kann, nämlich die Wirklichkeit und dein wahres Selbst.
Das Leben wird interessanter, der Geist gewinnt an Freiheit und Weisheit.
Du fühlst dich mehr zu Hause in dieser Welt und betrachtest das Leben aus einer anderen Perpektive.
Durch eine mysteriöse Kraft verschwinden deine Ängste, selbst im Angesicht des Todes. Die Lebensqualität verbessert sich. Du wirst glücklicher, denn du weißt, wohin du dich wenden musst.
Der Schleier deiner Seele hebt sich, du kommst mit dir selbst ins Reine.
Das religiöse Bewusstsein verändert sich: die Seele herrscht über den Körper. Das bedeutet ein Akzeptieren des Ist-Zustandes und eine Öffnung für neue Möglichkeiten.
In der Summe stellt die Homöopathie dein Leben in einen größeren, sinnvolleren Zusammenhang und zeigt dir notfalls andere Alternativen, die nicht ohne weiteres zu sehen waren, und sie lehrt dich, "frei wie ein Vogel am Himmel" zu werden. Sie hilft dir, deinen inneren Raum zu entdecken und die Herausforderung anzunehmen, dich aufzumachen und deinen eigenen Weg zu gehen.
Dies und noch vieles bedeutet die Homöopathie für mich."

Vorwort von Mieke van Peursem aus dem Buch Geheime Lanthanide von Jan Scholten